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„Nutze das Internet, bevor es dich ausnutzt“

„Nutze das Internet, bevor es dich ausnutzt“. Dieser Satz ist es, der nach einem Gespräch mit Ibrahim Evsan schnell im Gedächtnis haften bleibt. Er soll heißen: Das Netz bietet große Chancen. Aber es kann auch zur Gefahr werden, zur unkontrollierbaren Kraft, die ein Bild von jemandem oder etwas zeichnet, das so gar nicht stimmt. Jeder, der einmal von Mobbing betroffen war und jede Organisation, die mal einen digitalen Shitstorm erlebt hat, weiß, wie sich das anfühlen kann.

Ibrahim Evsan, der sich am liebsten „Ibo“ nennt, weiß dagegen, wie er das Internet zu seinem Vorteil nutzen kann – und hat ein Geschäft daraus gemacht, das auch für seine Kunden zu tun. Er ist aber nicht nur Unternehmer, sondern auch Vortragsreisender zum Thema Social Media. Als solcher kommt er im Herbst zur ConSozial und spricht darüber, wie der digitale Wandel unsere Gesellschaft und uns selbst verändern wird.

Einer der Gründe, warum der 40-Jährige so erfolgreich ist (nach eigenen Angaben hat er rund 100.000 Follower auf verschiedenen Social-Media-Plattformen), ist die Tatsache, dass viele Deutsche von Social Media überfordert sind, wie er selbst bestätigt. Das schließt auch die Unternehmen ein. Die Firmen müssten zunächst einmal herausfinden, wie sie die Angebote für sich nutzen könnten, sagt Evsan. Fragen seien etwa: Welche Infrastruktur brauchen wir dafür? Wie können wir uns in der Internet-Community vernetzen? Und mit welchen relevanten Experten sollten wir Kontakte knüpfen? Auf den ersten Blick scheint es vielleicht so, als bräuchten Sozialunternehmen wie etwa ein Pflegeheim das alles gar nicht. Aber Evsan findet, auch sie müssten schließlich ihre Geschichte erzählen – und das geht heutzutage nicht mehr ohne Internet und soziale Plattformen wie Facebook, oder Twitter. Auch im Wettbewerb um Fachkräfte kann es hilfreich sein. „Man muss fischen, wo die Fische sind“, rät Evsan. Firmen müssten ihre Kunden in den sozialen Netzwerken gezielt suchen und dort auch bedienen, anstatt darauf zu warten, gefunden zu werden.

Eine Geschichte erzählen, das heißt im Prinzip: sein Image pflegen. Und dieses Image hängt von den Werten ab, für die eine Firma steht. „Wer sich ausklinkt, verpasst die Möglichkeit, ein Wertebotschafter zu sein“, erklärt Evsan. Und damit auch die Chance, in seiner Branche im Internet den Ton anzugeben. Dabei sei es doch so: „Wenn die Werte stimmen, verkauft sich ein Produkt automatisch.“ Allein Produkte oder Dienstleistungen anzupreisen, reicht also nicht aus, um erfolgreich zu sein.

In der Zukunft werde jeder vernetzt sein, glaubt Evsan, der auch als Blogger aktiv ist. Es werden Unmengen an Daten über uns verfügbar sein. In weniger als drei Jahren, hatte er im vergangenen Dezember gesagt, werde man anhand dieser Daten genau sagen können, welche Werte eine Firma vertritt. Ob sie die Umwelt schont oder ihre Mitarbeiter gut behandelt, zum Beispiel. Aber auch die Kunden, wir alle werden nach und nach gläsern. Wo zieht jemand eigentlich die Grenze zur Privatsphäre, der von sich sagt: „Ich lebe Social Media“? Das sei ganz einfach, sagt Ibrahim Evsan. Er stelle sich immer vor, in einem Saal mit hundert Menschen zu stehen. Das, was er dort sagen würde, könne er auch im Internet preisgeben.

Von Sarah Benecke

Fachvortrag: Social Media - Die digitalen Spielregeln in der Kommunikation von Mensch zu Mensch am 26.10.2016 (Mittwoch) 11:30 - 12:30 Uhr.

 

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